Hochsensibilität und Körperbewusstsein

Gehe, als würdest du die Erde mit deinen Füssen küssen.

Thich Nhat Hanh

Körperpsychotherapie unterstützt den Zugang zu unserer Lebendigkeit

Spürst du dich gut ? Fühlst du dich wohl in deiner Haut? Ruhst du gut in dir?

Oder sagst du eher: Ich bin dauernd im Kopf. Mir ist alles zuviel. Ich funktioniere nur noch. Ich gehe ständig über meine Grenzen. Ich fühle mich nicht richtig präsent. 

Dein Körper ist deine Homebase, dein Zuhause. In dem du dich wohl und sicher fühlst. Ich dem du deinen Platz einnimmst und deine Präsenz spürst. Durch den du die Welt um dich sinnlich erlebst. Der deine Grenzen schützt, wenn es zu viel wird. 

So könnte es sein. Tatsächlich aber gibt es viele Gründe, sich nicht gut zu spüren. 

Einschränkungen der Körperwahrnehmung durch Stress, Trauma, oder Hochsensibilität

Hochsensibilität ist eine angeborene Fähigkeit, die laut Forschungen ca. 15-20 % der Bevölkerung betrifft. Die Sinnesorgane hochsensibler Menschen scheinen aufnahmefähiger, sensorische Reize aus der Umwelt werden rascher und stärker wahrgenommen. Das Gehirn verarbeitet die eingehenden Informationen tiefer, differenzierter und vernetzter. Das kann bereits früh dazu führen, dass das Nervensystems überfordert wird. Den Spür-Sinn unbewusst zu desensibilisieren und ‚hinunterzuregulieren‘ kann eine Form des Umgangs damit sein. Hier liest du mehr.

 Chronischer Stress versetzt das autonome Nervensystem in einen dauerhaften Spannungs- und Alarmzustand. Körperliche Signale wie Verspannungen, Einschränkungen der Atmung oder Müdigkeit werden oft ignoriert. Sie können langfristig zu einer verzerrten Körperwahrnehmung führen. Das Schmerzempfinden verändert sich. Das Nervensystem kann bei dauerhafter Übererregung in dissoziative Zustände geraten. Das Gewebe kann sich durch die Dauerspannung taub anfühlen, Erschöpfungssignale werden überhört. Die Verbindung zum eigenen Körper wird eingeschränkt.

Bindungsstörungen: Fehlende emotionale Sicherheit in der frühen Kindheit kann dazu führen, dass die Körperwahrnehmung beeinträchtigt wird. Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühlen und Körperempfindungen werden unbewusst voneinander abgespalten, um mit der Situation besser umzugehen. Körpersignale – wie Hunger, Schmerz oder Emotionen – werden vom Gehirn schlechter registriert oder falsch interpretiert. Die Fähigkeit, Vorgänge im Körperinneren (Herzschlag, Anspannung, Temperatur) wahrzunehmen, kann vermindert sein. Was damals überlebenswichtig war, kann später eine natürliche Körperwahrnehmung erschweren.

Frühkindlichen Reflexe: Bei manchen Menschen sind die Frühkindlichen Reflexe, die für die neuronale Reifung des Kindes im Mutterleib, bei und nach der Geburt, verantwortlich sind, nicht gut integriert. Sie bleiben über die ersten Lebensjahre hinaus bestehen. Das kann Einfluss auf den Muskeltonus, das Nervensystem und das Entwicklungsverhalten haben. Es beeinflusst das Körpergefühl und kann bei Kindern zu motorischen Schwächen und Lern- und Verhaltensproblemen führen. Auch Erwachsene können dadurch in ihrer Körperwahrnehmung und ihrer Motorik beinträchtig sein.

Körperbewusstsein und Körperwahrnehmung als Kraftquelle

Welche Geschichte auch immer du mitbringst, ich unterstütze dich, eine bewusste Körperwahrnehmung zu entwickeln. Achtsamkeitspraxis, Selbstverbindung, Bewegungs- und Berührung-Impulse geben Orientierung und Halt und unterstützen dich, um eine gute Verbindung mit deinem Körper zu entwickeln.

Die biodynamische Körpertherapie folgt dem ganzheitlichen Embodiment-Ansatz: Körper und Psyche stehen in ständiger Wechselwirkung – Empfindungen und Emotionen beeinflussen einander.

Was dich in der Körpertherapie erwartet:

  • Erdung als Basis – du lernst, dich sicher im eigenen Körper zu verankern. 
  • Bewusste Grenzwahrnehmung – dein Körper als gesunder ‚Container‘ für deine Lebendigkeit (mehr dazu: Kraft der Körper-Grenzen)
  • Zentrierung und Ruhe – gut gehalten und innerlich sicher kannst du wirklich in dir ankommen
  • Innere Verbindung – deine eigene Lebendigkeit in innere und äußere Verbindung bringen

Einige praktische Erdungsübungen findest du hier: Sich erden bei Angst und Stress: 6 Grounding-Übungen für innere Stabilität

Mit dem eigenen Körper – unserem innersten Zuhause – gut und liebevoll in Kontakt zu sein, trägt auch dazu bei, authentischer mit anderen und der Welt in Beziehung zu treten. Mehr über meine eigene Reise zu einem guten Körperbewusstsein und warum Spüren so wesentlich für unser Wohlbefinden ist, liest du hier: Dich spüren macht glücklich.

Dein Körper ist deine wertvollste Ressource – deine größte Kraftquelle, um dich leicht, glücklich, kraftvoll, entspannt und lebendig zu fühlen. Ich freue mich, dich auf diesem Weg zu begleiten.

Hochsensibilität

Du fühlst sich schnell unwohl oder überwältigt von äußeren Einflüssen (z.B. Sonnenlicht, Straßenlärm, Menschenmengen, starke Gerüche, raue Textilien, Berührung)? Du bist rasch gestresst im Umgang mit Menschen, emotional berührt oder überlastet? Fühlst du dich manchmal als ‚überempfindlich‘ unverstanden?

Wer eine Anlage zur Hochsensibilität hat, gehört wie ich zu den ‚Vielspürern‘ und ‚Feinfühlern‘  dieser Welt.

Der Begriff  ‚Hochsensibilität‘ (‚highly sensitive person‘ – HSP) wurde 1996 von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron geprägt. Die Sinnesorgane scheinen aufnahmefähiger zu sein, die Schwelle, ab wann ein Reiz als stark empfunden wird, ist erhöht, die sensorische Übertragung und Verarbeitung der Reizinformationen im Gehirn stärker. Die hohe Sensitivität für Reize bis hin zu einer leichten Übererregbarkeit kann sich in vielen Formen äußern. 

‚Hochsensibilität‘ wird meist synonym mit ‚Hochsensitivität‘ verwendet. Letzterer schließt neben den fünf physischen Sinnen noch einen ’sechsten oder siebten‘ Sinn mit ein, der sich auf die erhöhte Wahrnehmung von Gefühlen, Ahnungen, Intuition oder Feinstofflichem bezieht.

Hochsensibilität als Herausforderung und wertvolle Ressource

Die Herausforderungen für hochsensible Menschen drehen sich vor allem um eines: Ein dauerhaft überreiztes Nervensystem. Das kann dazu führen, dass man sich schon als Baby oder Kind überfordert fühlt.  Die Sinne werden unbewusst desensibilisiert und ‚hinunterreguliert‘, um damit umgehen zu können.

Kinder mit Anlage zur Hochsensibilität kommen oft mit der Vielzahl und Intensität an Reizen in Kindergarten und Schule schlecht zurecht. Sie können mit Rückzug in die Phantasie oder ins Intellektualisieren reagieren, mit Angst, Wutanfällen oder übertriebener Anpassung, oder sie somatisieren über körperliche Beschwerden.

Hochsensibilität ist keine Störung oder ein Problem, das Behandlung braucht. Es handelt sich vielmehr um ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal, das erblich ist, aber auch durch Umweltfaktoren in der frühen Kindheit oder gar schon im Mutterleib beeinflusst sein kann.

Hochsensibilität schenkt eine differenzierte Wahrnehmung, feine Antennen und ein reiches inneres Erleben. Das ist eine wertvolle Ressource und Begabung, die du für dich nutzen kannst.

Ein achtsamer Umgang mit dir selbst und deinem Umfeld ist ein Schlüssel, das Leben deinen eigenen Bedürfnissen gemäß zu gestalten. Ich unterstütze dich, deinen sehr sensiblen und differenzierten Spürsinn bewusst zu nutzen und deinen Körper als dein haltgebendes und schützendes Zuhause zu erleben, damit dein Nervensystem zur Ruhe kommt. Dein Körper ist dein bester Ratgeber, was dir guttut.

Woran du Hochsensibilität erkennst und worauf du achten kannst, um dein Leben als hochsensible Person dir gemäß zu gestalten, liest du in Hochsensibilität – Symptome zwischen feiner Wahrnehmung und Reizüberflutung.

Ich freue mich, dich auf  deinem Weg zu begleiten.